Vermona - Musikinstrumente aus der DDR
|
![]() Gute Werkzeuge für Alleinunterhalter waren in der ehemaligen DDR teuer
Der Erwerb einer komplette Anlage von Vermona für Alleinunterhalter hätte sich für den Musiker im fünfstelligen Bereich abgespielt. Nur im damaligen Westen waren Vermona-Musikinstrumente re- lativ günstig zu bekommen, allerdings für harte Währung. Eine Anlage wie auf unserem Bild wäre für den DDR-Musiker zwar teuer gekommen, allerdings viel schwieriger war deren Beschaffung. Kaum ein DDR-Musik-Geschäft hatte eine solche Komplettanlage vorrätig. Die allgemeine Mangel- wirtschaft im zweiten Deutschland machte natürlich vor Musikalien-Handlungen auch keinen Halt. Interessant ist, das im Zuge der N(Ost)algie in der heutigen wieder teuer werden. Sammler zahlen für gut erhaltene Instrumente aus dem "VEB Klingenthaler Harmonikawerke" viele hundert Euro für das eine oder andere Gerät. Eine tatsächlich neuwertige Anlage (technisch als auch optisch) wie die hier gezeigte könnte so bei einem Verkauf durchaus einen vierstelligen Betrag einbringen. Dies wird allerdings nur von wenigen noch verfügbaren Instrumenten erfüllt. Das Vermona SK 86: Die Ausstattung des 1986 entwickelten Stereo-Keyboards war gegenüber seinen westlichen Brüdern eher spartanisch. Volldigital, 8stimmig polyphon, 16 Presetsounds, Begleitautomatik mit 16 Rhythmen und zwei eingebaute 10 Watt Lautsprecher gehören zu den wesentlichen Ausstattungsmerkmalen der Keyboards. Das Vermona SK 86 kam ab 1987 in den Verkauf und war des erste und gleichzeitg letzte Keyboard dieser Art, welches in der ehemaligen DDR gebaut wurde. Es waren ja nur runde 2 Jahre Zeit, bis 1989 die innerdeutsche Grenze fiel und 1990 die Produktion elektronischer Musikinstrumente in der DDR zu Ende war. So wurden vom einzigen ostdeutschen Stereo-Keyboard nur verhältnismäßig wenige Exemplare gebaut. So ist das Vermona SK 86 in gut erhaltenem Zustand unter Sammlern sehr begehrt und wegen der geringen Stückzahlen auf dem Gebrauchtmarkt sehr selten.
Das Geheimnis des später Erfolgs des SK 86 liegt weniger in seiner Ausstattung als vielmehr in dem zeittypischen Klang, der in dieser Form keinem westlichen Instrument ähnlich ist. Zwar orientierten sich die Entwickler durchaus auch am Stil der 80er bei den Disco und Beat-Klängen, modellierten aber mit den vorhandenen Möglichkeiten ein Klangbild, was in der Form "Typisch DDR" und mit keinem westlichen Instrument akustisch zu vergleichen war. Der unverwechselbare Klang der Rhythmus-Maschine mit Begleitautomatik in Kombination mit wenigen Preset-Sound gelten bereits heute als Kult. ![]() Vermona SK 86
Neben dem Vermona Synthesizer gehört das Stereokeyboard SK 86 zu den seltensten Exemplaren auf dem Gebrauchtmarkt. Ein kleines Demo zum Sound des Keyboards befindet sich in der Rubrik Das Keyboard SK 86 Elektronische Musikinstrumente aus der DDR im Überblick (Auszüge):
● 1957 Entwicklung der Kleinorgel Ionika (VEB Elektroakustik Hartmannsdorf, F.A. Böhm Klingenthal) ● 1964 Vorstellung der Orgel Matador (F.A. Böhm Klingenthal)auf der Leipziger Messe ● 1965 Beginn der Produktion der Orgel Manuela im VEB Klingenthaler Harmonikawerke ● 1967 Entwicklung der Orgel TO 200 ● 1970 Produktionbeginn der Modellserie TO 200 im VEB Klingenthaler Harmonikawerke ● 1972 Der Markenname Vermona und die ET-Baureihe wird mit der ET 6 eingeführt. ● 1974 Produktionsbeginn für das Einsteigermodell ET 3. Die beliebte Kleinorgel wurde über 10 Jahre mit technischen Veränderungen gebaut. ● 1976 Das Rhythmusgerät ER 9 kommt auf den Markt. Das analoge Instrument wird später Kultstatus erreichen. ● 1978 Das E-Piano kommt in den Verkauf ● 1979 Beginn der Produktion der Baureihe Fomation mit der Orgel Formation 2. ● 1980 Beginn der Produktion der Formation 1 und des Piano-Strings. ● 1981 Die Formation 3 kommt als letztes Modell der Serie auf den Markt. ● 1983 Produktionsbeginn für den analogen monophonen Vermona Synthesizer. Auch dieses Gerät hat heute unter Sammlern Kultstatus. ● 1984 Die Orgel ET 3 wird komplett überarbeitet und kommt mit neuem Gehäuse als Sandy zurück auf den Markt. ● 1986 Produktionbeginn für das Digitale Rhythmusgerät DRM. ● 1987 Das erste und einzige Stereo-Keyboard der DDR Vermona SK 86 geht in Produktion. ● 1990 Die Produktion elektronischer Musikinstrumente in der DDR geht zu Ende. Vermona Aktuell:
Orgeln im herkömmlichen Sinne werden in Klingenthal leider nicht mehr gebaut. Synthesizer und Effektgeräte haben da allerdings schon eine neue Produktionsstätte gefunden, die unter dem Namen "Vermona" moderne elektronische Instrumente herstellt. Die HDB electronic GmbH aus Erlbach im Vogtland unweit von Klingenthal hat neben Produkten wie den Vermona PerFourMer auch eine aktuelle Version der beliebten Drum- maschine DRM im Angebot. Das analoge Rhythmusgerät oder besser der Analog Drum Synthesizer heißt jetzt DRM1 MKIII und setzt die Serie des Klassikers souverän fort. Alle Angebote im Überblick bietet die Internet-Seite www.vermona.com mit vielen Informationen zu den aktuellen Vermona-Produkten. Musik-Instrumente aus Ost und West im Vergleich:
Manche Musikinstrumente oder besser deren Baureihen entsprechen dem musikalischen Bedarf der jeweiligen Zeit. In den 1970er Jahren bis in die 80er gab es im Bereich der Tanz- und Unterhaltungsmusik einen großes Interesse an sogenannten "Ensembles". Hierbei sind Instrumente gemeint, die mindestens 2 Klangrichtungen erzeugen konnten. Die Form des Piano Strings, also eine Mischung aus Percussive und Ensemble- Klängen wie Streicher, war dabei besonders beliebt. Weitere Mix-Instrumente erzeugten Orgel- oder Chorusklänge. Die DDR baute in klingenthal das Vermona Piano Strings mit seinem sehr exrtavaganten und in diesem Spektrum einmaligen Klang. Als westliches Vergleichs-Instrument soll hier der im gleichen Zeitraum gebaute Korg Lambda ES 50 vergestellt werden. Drumcomputer Made in GDR - Kultiger Rhythmus kam aus dem Osten:
Im Gegensatz zu seinen Brüdern aus dem Westen ist sie realtiv groß, schwer und vom Design eher funktionell gestaltet. Vom Klang allerdings ist die einizige halb-digitale Rhythmusmaschine aus der ehemaligen DDR absolute Spitzenklasse. Das Geheimnis liegt in der analogen Klanger- zeugung. Digital ist nur die Steuerung. Keine Real-Sound-Töne setzten hier den Vintage-Freund in Verzückung sondern die in den elektronischen Schaltungen modellierten Klänge diverser Schlagwerkzeuge. Ein kleines Audio-Demo der Presets der Digital Rhythm Machine "DRM" finden Sie auf dieser Seite. Auf den guten Ton kommt es an - Verstärker von Vermona hießen Regent:
Natürlich klingt eine Vermona-Orgel am besten mit einem originalen Verstärker aus dem "VEB Klingenthaler Harmonikawerke". Tanzmusiker der 70er und 80er Jahre in der ehemaligen DDR wußten die Tontechnik aus dem Erzgebirge sehrwohl zu schätzen. Einfach kaufen ging natürlich hier nicht, denn Verstärker aus auch Boxen gingen ebenso in den Export wie Orgel, Synthesizer und Co. In den meisten Musikgeschäften konnte man das gewünschte Gerät nur bestellen. Vorteil der durchaus längeren Wartezeiten war jedoch, daß man für die nicht ganz billige Technik genügend Zeit zum sparen hatte. Der Preis für eine Alleinunterhalteranlage mit Regent 620 und zwei stärkeren Boxen ging weit über 6000.- Ostmark hinaus. Copyright 2010 I www.mediagate-eisenach.de I www.eisenach-city.de I |